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Presse
18.01.2011, 19:29 Uhr | Übersicht | Drucken
Rede des Bürgermeisters Karl-Wilhelm Lange anlässlich des Neujahrsempfanges der Stadt Fritzlar und der Luftbeweglichen Brigade 1 der Bundeswehr am 16. Januar 2011

Meine sehr verehrten Damen und Herren,

ich begrüße Sie – auch im Namen von Herrn General Jürgen Setzer - ganz herzlich zum gemeinsamen Neujahrsempfang der Stadt Fritzlar und der Luftbeweglichen Brigade 1 der Bundeswehr.



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Mit diesem gemeinsamen Empfang, meine sehr verehrten Damen und Herren, soll auch verdeutlicht werden, dass unsere Soldatinnen und Soldaten, unsere Bürger in Uniform, Bestandteil unserer Stadtgemeinschaft sind und der Bundeswehrstandort mit unserer Stadt fest verbunden ist. Darüber hinaus möchten wir aber auch über die Stadtgrenzen hinaus dafür werben, dass sich die Menschen intensiver mit dem Auftrag der Bundeswehr und der parlamentarisch gewollten Pflichterfüllung unserer Soldatinnen und Soldaten auseinandersetzen. All zu oft wird dieser wichtige Personenkreis, der gemäß Grundgesetz den Frieden in unserem Land sichern hilft, in unserer Bevölkerung lediglich mit freundlicher Kenntnisnahme bedacht.

Zum weiteren Ablauf des Empfanges:


Zunächst darf ich auf die Belange der Stadt eingehen, danach wird Herr General Setzer zu Ihnen sprechen. Es folgt sodann die Sportlerehrung. Trotz dieses recht umfangreichen Programmes wollen wir Sie aber nicht überstrapazieren. Wir haben uns einen Zeitrahmen von maximal zwei Stunden für den offiziellen Teil gesetzt. Im Übrigen freut es uns außerordentlich, dass Sie in so großer Zahl unserer Einladung gefolgt sind.

Gestatten Sie, dass ich auch im Namen von Herrn General Setzer zunächst einige Damen und Herren repräsentativ begrüße:

Stellvertretend für die städtischen Mandatsträger begrüße ich Herrn Stadtverordnetenvorsteher Eberhard Dippolter mit Gattin und für die Ehrenträger der Stadt, Herrn Ehrenbürgermeister Reinhold Koch. Ich begrüße den Bundestagsabgeordneten, Herrn Bernd Siebert, den Landtagsabgeordneten, Herrn Günter Rudolph und auch den Bundestagsabgeordneten a. D., Herrn Gerd Höfer, heute in der Eigenschaft als Präsident des Verbandes der Reservisten hier anwesend. Für die Landesregierung begrüße ich Herrn Staatssekretär Mark Weinmeister, Herrn Regierungspräsident Dr. Walter Lübcke und Frau Ministerialrätin Schemer-Möbius aus der Staatskanzlei. Für die Polizei in Nordhessen heiße ich Herrn Polizeipräsident Eckhard Sauer willkommen.

Für die Bundeswehr richte ich zunächst den Dank an Herrn General Jürgen Setzer als Mitveranstalter des heutigen Empfanges und darf für die Bundeswehr begrüßen:

Stellvertretend für den General der Infanterie begrüße ich Herrn Oberstleutnant Ulrich Schröder und Ehefrau. Für die Luftbewegliche Brigade 1 den Stellvertretenden Brigadekommandeur, Herrn Oberst Lothar Kraß und als Regimentskommandeure begrüße ich Herr Oberst Ulrich Ott, Kommandeur des Kampfhubschrauberregimentes 36 „Kurhessen“ aus Fritzlar und Herrn Oberst Gunter Schneider, Kommandeur Jägerregiment 1 aus Schwarzenborn. Für alle ehemaligen Soldaten heiße ich Herrn General a. D. Wolfgang Estorf willkommen.

Für die zivile Administration der Bundeswehr begrüße ich den Leiter des Kreiswehrersatzamtes Kassel, Herrn Regierungsdirektor Michael Milbredt. Weiter heiße ich willkommen Herrn Oberst a. D. Joachim Unruh, als Beauftragter für die Bundeswehr in Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland des Volksbundes deutsche Kriegsgräberfürsorge. Für den Traditionsverband Fritzlarer Grenadiere e. V. begrüße ich Herrn Oberst im Generalstab Dr. Michael Tegtmeier und Ehefrau; als Vertreter des Landesvorsitzenden West des Deutschen Bundeswehrverbandes begrüße ich Herrn Hauptmann a. D. Helmut Pries.

Ebenfalls willkommen heiße ich den Leitenden Polizeidirektor a. D. Herrn Wolfang Ruske als Leiter des Grenzmuseums „Schifflersgrund“.

Für die Gremien und Einrichtungen des Schwalm-Eder-Kreises begrüße ich Herrn Kreistagsvorsitzenden Michael Kreutzmann mit Gattin und Herrn Ersten Kreisbeigeordneten Winfried Becker.

Aus den Nachbarkommunen heiße ich willkommen die Kollegen Bürgermeister Volker Zimmermann aus Bad Wildungen, Wolfgang Gottschalk aus Edertal, Frank Börner mit Gattin aus Gudensberg, Jörg Müller aus Knüllwald, Bürgermeister Jürgen Kaufmann aus Schwarzenborn und die Ersten Stadträte Jürgen Monstadt aus Homberg und Herrn Knigge aus Borken.

Ebenfalls begrüße ich aus Bad Wildungen den Stadtverordnetenvorsteher, Herrn Dr. Edgar Schmal mit Gattin, stellvertretend für die anwesenden Mandatsträger aus Bad Wildungen. Ebenfalls herzlich willkommen heiße ich die Mandatsträger aus Edertal.

Für die Wirtschaft und Regionalentwicklung begrüße ich den Vorsitzenden des IHK-Regionalausschusses und gleichzeitig als Vorstand der Kreissparkasse Schwalm-Eder, Herrn Karl-Otto Winter mit Gattin, den Vorstand der VR-Bank Schwalm-Eder, Herrn Dieter Rembde sowie Herrn Prokurist Winfried Bergmann.

Das Gesundheitswesen wird repräsentiert durch Herrn Kreisveterinär Dr. Hans-Gerhard Heil und vom hiesigen Hospital zum Heiligen Geist, Frau Geschäftsführerin Barbara Gawliczek und Herrn Ärztlichen Direktor, Dr. Wolfgang Dausch.

Für die Geistlichkeit begrüße ich zwei neue Persönlichkeiten in Fritzlar, den katholischen Stadtpfarrer, Herrn Stefan Schütz und den katholischen Militärpfarrer, Herrn Achim Patton. Für den Brandschutz heiße ich willkommen Herrn Kreisbrandinspektor Werner Bähr und unseren Stadtbrandinspektor, Herrn Hartmut Hucke mit Gattin. Für die Kulturschaffenden begrüße ich stellvertretend den neuen Vorsitzenden des „Nordhessischen Kultursommers“, Herrn Dr. Ulrich Skubella.

Für die öffentliche Bewertung und Berichterstattung begrüße ich die anwesenden Vertreterinnen und Vertreter der Presse, für die HNA Frau Lange-Michael und Herrn Peter Zerhau, Herrn Sander von nh24 und Herrn Dr. Hilbert von den Heimatnachrichten.

Natürlich heiße ich ebenfalls willkommen die diesjährigen Tollitäten des Fritzlarer Karnevals: Das Stadtprinzenpaar Gerd I. mit Gabriele I.; das Prinzenpaar aus dem Stadtteil Haddamar, Lothar I. mit Marita I.; das Stadtfürstenpaar Thomas I. mit Lydia I. sowie das Fritzlarer Dreigestirn Prinz Sabine, Bauer Tatjana und die Jungfrau Gudrun.

Meine Damen und Herren, an dieser Stelle muss ich leider einen Punkt setzen. Ich richte ein ganz herzliches Willkommen an all jene, die ich hier nicht persönlich oder repräsentativ begrüßen konnte, die Vertreter der Schulen, die zahlreichen Vertreter aus Vereinen und Verbänden, der Betriebe, verschiedener Institutionen und natürlich Sie, die zahlreich erschienene interessierte Bürgerschaft.

Rückblick 2010:

Meine Damen und Herren, bevor wir nun einen Blick auf die vor uns liegenden Monate werfen, sei ein kleiner Rückblick auf das Jahr 2010 gestattet.

Zunächst wollen wir stellvertretend einigen Menschen des öffentlichen Lebens gedenken, die in den vergangenen Monaten von uns gegangen sind. Ich bitte Sie, sich dazu von den Plätzen zu erheben. Wir mussten Abschied nehmen von:

-     Herrn Gerhard Warnecke, Träger der Ehrenplakette der Stadt Fritzlar. Der Verstorbene war von 1964 bis 1973 Beigeordneter im Gemeindevorstand der Stadt Züschen und nach der Gebietsreform von 1974 bis 1984 Ortsvorsteher im Stadtteil Züschen

-     Herr Fritz Hahn, von 1956 bis 1971 Gemeindevertreter in Geismar und nach der Gebietsreform bis 1993 Mitglied des Ortsbeirates Geismar

-     Herr Hubert Hemberger, Mitglied des Magistrates der Stadt Fritzlar von 1975 bis 1985

-     Herr Hans Kistner, von 1964 bis 1968 Beigeordneter im Gemeindevorstand Werkel und nach der Gebietsreform Mitglied im Ortsbeirat Werkel von 1972 bis 1974

-     Herrn Harald Fischer, Mitglied der Stadtverordnetenversammlung von 1981 bis 1997

-     Herrn Josef Schnaubelt, Revierförster und Revierleiter des Stadtwaldes von 1961 bis 1984

-     Wir gedenken den deutschen Soldaten, die im Rahmen ihres Einsatzes in Afghanistan ihr Leben verloren haben.

Ich danke Ihnen, dass Sie sich im Gedenken an die Toten von den Plätzen erhoben haben und bitte, wieder Platz zu nehmen.

Ehrungen:

Aufgrund herausragender Verdienste für die Gemeinschaft erfuhren folgende Personen besondere Ehrungen und Auszeichnungen:

-     Ehrenbriefe des Landes Hessen wurden verliehen an Frau Irmtraud Hausam, Herrn Klaus Leise, Herrn Wulf Rudat, Herrn Siegfried Lerschmacher, Herrn Heinz Huth, Frau Anneliese Pachali, Herrn Erich Kaiser, Herrn Michael Kreutzmann, Herrn Gerhard Methner, Herrn Peter John, Herr Norbert Bürger und Frau Hannelore Merk.

-     Mit dem Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland wurden ausgezeichnet Frau Hildegard Weiszenburger, Herr Wilfried Werner und  - erst vor wenigen Tagen - Frau Ulla Hain.

-     Das Goldene Brandschutzehrenabzeichen wurde verliehen an Herrn Jürgen Brachmann.

-     Für die 75. Blutspende wurden geehrt Herr Hans-Dieter Schuster und Herr Hermann Helmuth; für die 100. Spende Herr Alfons Brüggemeier und Herr Lothar Beyer; für die 125. Blutspende Herr Michael Löcke und für die 175. Blutspende Herr Jürgen Becker.

Jubiläen
:

Einige echte Jubiläen konnten im vergangenen Jahr begangen werden:

-     50 Jahre besteht der Posaunenchor im Stadtteil Geismar.

-     Das 75jährige Bestehen feierte die Freiwillige Feuerwehr im Stadtteil Cappel

-     Das 100jährige Bestehen konnte der TSV Haddamar begehen.

-     Die Evangelische Kirchengemeinde feierte die erste urkundliche Erwähnung der Fraumünsterkirche vor 750 Jahren.

Ereignisse 2010:

Meine sehr verehrten Damen und Herren, ich darf mich nun Ereignissen des vergangenen Jahres zuwenden, wobei ich mich aufgrund des vorgegebenen Zeitrahmens sehr kurz fassen werde.

Zunächst möchte ich aber nicht versäumen, all jenen Menschen den besonderen Dank auszusprechen, die sich kontinuierlich ehrenamtlich engagierten und mit ihrem Tun Hilfestellungen in den unterschiedlichsten Bereichen und Lebenslagen leisteten oder sich auch im Hinblick auf die positive Entwicklung unserer Stadt in vielfältiger Weise einbrachten.

Folgende Organisationen aber auch Berufsgruppen, die sich teils unter Einsatz ihrer Gesundheit oder sogar ihres Lebens für die Gemeinschaft einbrachten, darf ich repräsentativ anführen:

Unsere Soldatinnen und Soldaten im Rahmen ihrer Auslandseinsätze zur Friedenssicherung; die Polizei; die Hilfsdienste DRK, MHD; THW und DLRG; das Kinderhilfswerk Globale Care, das mit ehrenamtlichen Helfern auch aus unserer Stadt herausragende Hilfe bei den Katastrophen in Haiti und Pakistan geleistet hat.

Schließlich darf ich den besonderen Dank an unsere Freiwilligen Feuerwehren richten, die im Jahr 2010 zu insgesamt 234 Einsätzen ausrücken mussten (zum Vergleich: 2009 waren es noch 143 Einsätze). Einen besonderen Nachteinsatz, der vor Heiligabend stattfand, darf ich hier ebenfalls hervorheben: Rund 100 Feuerwehrleute unterstützten unseren städtischen Bauhof, um 120 Lkw-Ladungen Schnee und Eis aus der Innenstadt zu entfernen, damit die Funktionsfähigkeit der wichtigsten Zubringerstraßen und Parkplätze gewährleistet werden konnte.

Nun noch einige Besonderheiten aus 2010:

Im Rahmen der Interkommunalen Zusammenarbeit zwischen Bad Wildungen, Edertal und Fritzlar beteiligten sich über 200 Betriebe am 1. Unternehmertag; zwei neue Großveranstaltungen wurden in Fritzlar mit dem Kreiskirmesfestival und der Veranstaltung VIVA Fritzlar realisiert; neben zahlreichen kleineren und größeren Tiefbaumaßnahmen in Kernstadt und Stadtteilen konnte auch das Großprojekt Hohler Graben, Schladenweg, Berliner Platz nach rund 10 Jahren mit einem Kostenvolumen von über 5 Mio. Euro abgeschlossen werden, wovon das Land Hessen 2,4 Mio. Euro beigesteuert hat; im Beisein des Hessischen Ministerpräsidenten, Roland Koch, fand ein Heimkehrerappell für unsere Soldatinnen und Soldaten aus Afghanistan statt; zum Gedenken an die Judenverfolgung wurden Bronzetafeln in den Stadtteilen Züschen und Ungedanken installiert; die umfangreichen Arbeiten zur Dominnensanierung wurden begonnen; das 10jährige Bestehen der Städtepartnerschaft Casina/Fritzlar konnte gefeiert werden; unsere Stützpunktfeuerwehr erhielt einen neuen Logistik-Gerätewagen und eine Wärmebildkamera; im Stadtteil Haddamar wurde mit dem Feuerwehranbau an das Dorfgemeinschaftshaus begonnen; im Stadtteil Werkel wurde die grundhafte Erneuerung des Feuerwehrhauses fortgesetzt; ebenfalls fortgesetzt wurden die Dorferneuerungsmaßnahmen im Stadtteil Rotthelmshausen; mit einem Kostenaufwand von annähernd 600.000 Euro wurden Teile der Stadtmauer im Bereich Busbahnhof/Alleepark saniert; das Freibad erhielt eine Beckenabdeckung zur Energieeinsparung; schließlich konnte mit dem Sport- und Freizeitpark auf einer Fläche von über 12.000 m² ein neues Betätigungsfeld für Jugendliche, junge Erwachsene und Familien realisiert werden. Überschattet wurde das Jahr 2010 leider von dem Missbrauchsskandal eines Fritzlarer Priesters.

Meine sehr verehrten Damen und Herren, natürlich gibt es noch eine Vielzahl an Veranstaltungen und Maßnahmen in Kernstadt und Stadtteilen sowie Projekte und Initiativen unserer Vereine, Verbände, Schulen, Kirchen und Institutionen, die es wert wären, hier heute ebenfalls genannt zu werden. Dies würde aber leider jeden Zeitrahmen sprengen.

Ich möchte diesen kleinen Rückblick damit beenden, dass ich allen städtischen Mandatsträgern Dank sage für ihr ehrenamtliches Engagement in den Gremien dieser Stadt. In unserer Freizeitgesellschaft ist es sicher nicht als selbstverständlich anzusehen, dass man sich in seiner Freizeit, zumeist abends und oft in mehrstündigen Sitzungen, ehrenamtlich mit Bebauungsplänen, Satzungen und Haushaltsangelegenheiten auseinandersetzt. Dank ebenfalls meinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für die geleistete Arbeit des vergangenen Jahres.

Ausblick 2011:

Meine Damen und Herren, ich darf mich nun den vor uns liegenden Monaten zuwenden.

Wenn man den Berichten in den Medien zur Wirtschaftsentwicklung folgt, muss man eigentlich zu dem Schluss kommen, dass goldene Zeiten anbrechen.

Nicht beachtet wird bei diesen Darstellungen oft die Tatsache, dass bezüglich der finanziellen Ausstattungen der Kommunen bei Weitem nicht der Stand von 2008 erreicht wird. Die Finanzsituation in den Städten und Gemeinden ist weiterhin sehr bedenklich und wird sich bestenfalls mittelfristig bessern. Derzeit wird die Lage noch dadurch verschärft, indem sich die Abgaben an den Kreis über die Kreis- und Schulumlage exorbitant entwickeln. Hinzu kommt, dass vermehrt Visionen aus der großen Politik schließlich von den Kommunen umgesetzt und zum großen Teil auch bezahlt werden müssen.

In einer gemeinsamen Sitzung von Ältestenrat, Haupt- und Finanzausschuss und Magistrat haben wir uns bereits vor einigen Monaten äußerst intensiv mit der derzeitigen Finanzsituation und Fragen der künftigen Haushaltssicherung auseinandergesetzt.

Keine Straßenbeiträge von Anliegern:

Auf Grundlage dieser Erörterungen wurde inzwischen ein Haushaltssicherungskonzept für unsere Stadt erarbeitet, das für Fritzlar immerhin noch Planungsperspektiven eröffnet.

Bei allen Einsparmaßnahmen musste allerdings auch dem Aspekt der Einnahmensicherung Rechnung getragen werden, d. h. unter anderem mussten auch die kommunalen Realsteuersätze angepasst werden. Dabei wurde ein besonderes Augenmerk darauf gerichtet, dass der einzelne Bürger nicht finanziell überfordert wird und Belastungen  nach Möglichkeit auf viele Schultern verteilt werden. Es wurde beispielsweise zwar die Grundsteuer B auf 400 Punkte erhöht, gleichzeitig haben sich aber die Fraktionen im Stadtparlament parteiübergreifend dafür ausgesprochen, weiterhin auf die Einführung einer Straßenbeitragssatzung zu verzichten. Was bedeutet diese Entscheidung? Die Belastung für ein Einfamilienhaus dürfte sich damit jährlich durch die Grundsteuer B um bis zu 80 € erhöhen. Im Gegenzug werden die Hauseigentümer weiterhin von Straßenbeiträgen für die grundhafte Erneuerung von Straßen und Bürgersteigen, die bis 70 % und damit weit über 10.000 € im Einzelfall betragen könnten, verschont.

Allerdings muss in diesem Zusammenhang auch jeder zur Kenntnis nehmen – und dafür wird um Verständnis gebeten -, dass bei einem Verzicht auf diese Anliegerbeiträge, Straßenerneuerungen auch künftig nur sukzessive und in sehr bescheidenen Schritten umgesetzt werden können!

Trotz aller Konsolidierungsmaßnahmen enthält der Entwurf des Doppelhaushaltes für die Jahre 2011/2012 noch Defizite in Höhe von 400.000 € und 500.000 €.

Seriöse Finanzplanung

Der Erfolg unserer Bemühungen wird sich ab dem Jahr 2013 einstellen. Nach der Ergebnis- und Finanzplanung schreiben wir dann wieder schwarze Zahlen! Mit ausschlaggebend für diese positive Perspektive ist auch, dass wir nicht erst in der Wirtschaftskrise begonnen haben Haushaltskonsolidierung zu betreiben, sondern stets im Hinblick auf Machbarkeit und mit Weitsicht Stadtentwicklungspolitik betrieben haben. Schulden wurden und werden nicht aufgebaut, sondern abgebaut. So stellen sich die Verbindlichkeiten der Stadt Fritzlar im Doppelhaushalt auch durchaus moderat mit 15,6 Mio. Euro dar und mit einer mittleren Laufzeit der Darlehen von rund 16 Jahren können wir durchaus von Generationengerechtigkeit sprechen!

Da wir bereits in den vergangenen Jahren unter Inanspruchnahme höchst möglicher Fördermöglichkeiten viele Millionen Euro in die Infrastruktur unserer Stadt investiert haben, können wir – ohne die Entwicklung unserer Stadt einzuschränken – in den Jahren 2011/2012 bezüglich der Investitionen und im Hinblick auf die notwendige Haushaltsentlastung etwas kürzer treten. 2011 sind für Investitionen 1,1 Mio. Euro vorgesehen, und für 2012 1,73 Mio. Euro. Als größere Maßnahmen und Planungen 2011 sind hier zu nennen die Kanal- und Straßenerneuerung in der Flehmengasse; Erneuerung der Gehwege in der Gudensberger Straße im Stadtteil Lohne, was allerdings mit der Realisierung des Ausbaus der Landesstraße in direktem Zusammenhang steht; Anlegung eines Geh-/Radweges zum Sportplatz und Steinkammergrab im Stadtteil Züschen; Abschluss der Dorferneuerungsmaßnahmen im Stadtteil Rothhelmshausen, Fertigstellung des Feuerwehranbaues mit Erweiterung des Dorfgemeinschaftshauses im Stadtteil Haddamar sowie Fertigstellung des grundhaft erneuerten Feuerwehrgebäudes im Stadtteil Werkel. Schließlich werden wir auch die Umgestaltungsmaßnahmen im Bereich Alleekreuzung/Krankenhaus mit Installierung einer Überquerungshilfe für Fußgänger auf der Bundesstraße abschließen. Mit diesem wichtigen Innenstadtprojekt aus dem Programm „Aktive Kernbereiche“ erreichen wir eine noch bessere Anbindung zwischen dem großflächigen Einzelhandel der Innenstadt und dem Einzelhandel und den Dienstleistern des Altstadtkernes.

Im Frühjahr wird repräsentativ für die Wirtschaft des Schwalm-Eder-Kreises und angrenzende Regionen die Schwalm-Eder-Schau auf unserem Festplatz in den Ederauen durchgeführt. Es erfolgt die Inbetriebnahme der neuen Solarbeheizung für das Ederauen-Erlebnisbad. Weiter werden wir uns in den nächsten Monaten unter Einbezug der interessierten Bürgerschaft intensiv mit weiteren Planungen im Rahmen des Programmes „Aktive Kernbereiche“ befassen. Schwerpunkte sind hier zunächst die Umgestaltung des Marktplatzes und die Neukonzipierung des Regionalmuseums im Hochzeitshaus. Dieses Programm, dass in Zusammenarbeit mit unseren Partnerkommunen Bad Wildungen und Edertal zur Stärkung der Stadtinnenbereiche umgesetzt wird, begleitet uns noch in der Gesamtabwicklung bis zum Jahr 2018. Ebenfalls gemeinsam mit Bad Wildungen und Edertal werden wir uns intensiv der Vermarktung des neuen Industriegebietes in Fritzlar zuwenden.

Stadt mit Perspektive

Unterstützt werden unsere Anstrengungen zur zukunftsfähigen Ausrichtung unserer Stadt aber auch nach wie vor durch Projekte im institutionellen, gewerblichen und privaten Bereich.

Hier sind zu nennen zahlreiche Maßnahmen von Eigentümern und Betrieben, die in Anlehnung an unser Förderprogramm mit der Hessischen Denkmalpflege in die Vitalisierung der Innenstadt und in Kernbereiche der Stadtteile investieren. Durch unser Förderprogramm konnten bisher in nur 2 Jahren Privatinvestitionen in Höhe von über 750.000 Euro ausgelöst werden!

Aber auch regional und überregional tätige Projektentwickler und Bauträger sind weiterhin in unserer Stadt aktiv, beispielsweise um zeitgemäßen Wohnraum für Familien und ältere Menschen zu schaffen. Ich denke hier an die Projektentwicklung des St.Wigbert-Geländes, wo 21 neue Wohnungen entstehen sollen; an das Projekt barrierefreies Wohnen in der Allee, neue Baulanderschließungen am Galberg, in der Alten Kasseler Straße und im Hohlen Graben.

Zu nennen ist auch die Erweiterung der Grundschule an den Türmen, womit die Ausweitung von Betreuungsangeboten möglich wird. Ein weiteres Angebot für die Kleinsten in unserer Stadt wird es geben mit der Fertigstellung von zwei weiteren Kindergartengruppen für unter Dreijährige im Evangelischen Kindergarten „Kinderarche“ und das Verlagshaus Wittich wird ebenfalls in den Standort Fritzlar investieren.

Ich denke aber auch an unseren Bundeswehrstandort und an die vielen Hände und Köpfe, die sehr intensiv und erfolgversprechend daran arbeiten, diesen wichtigen Standort für die Region im neuen Jahrzehnt zu positionieren. Stellvertretend spreche ich hier Herrn General Setzer und unsere Bundestagsabgeordneten an.

Eine größere Investition steht in dem Fritzlarer Brauhaus 1880 an. Dort soll das Platzangebot im Gastronomiebereich um über 200 Plätze erweitert werden. Der Energieversorger EWF wird in Fritzlar eine Erdgastankstelle einrichten. Schließlich sind zwei weitere wichtige Infrastrukturprojekte zu nennen, die die Zentrumsfunktion von Fritzlar noch aufwerten werden: Der Neubau des OP-Traktes am Hospital zum Heiligen Geist mit einem Kostenvolumen von über 7 Mio. Euro, wovon das Land Hessen über 5 Mio. Euro trägt und der anstehende Neubau eines Ärztehauses hinter dem neuen Amtsgericht durch eine Betreibergesellschaft.

Insgesamt also Daten eines Mittelzentrums, um die uns in dieser Zeit viele vergleichbare Städte durchaus beneiden dürften und die uns die Möglichkeit eröffnen, unsere Stadt mit ihren 10 Stadtteilen weiter mit Augenmaß zu entwickeln und zukunftsfähig zu gestalten.

Zusammenfassend kann man zu dem Schluss kommen, dass wir trotz der sehr angespannten Haushaltslage, in Fritzlar zuversichtlich nach vorn blicken dürfen. Wir haben unsere Stadt inzwischen gut in Nordhessen positioniert, Investoren legen auch in Krisenzeiten ihr Geld gern in Fritzlar an und viele Menschen der Region sehen in unserer Stadt ein lohnendes Ziel. Nicht zu vergessen, dass sich eine sehr selbstbewusste und engagierte Einwohnerschaft mit ihrer Dom- und Kaiserstadt in besonderer Weise identifiziert und entsprechend einbringt.

Faktoren, die Ansporn sind, vor uns liegende Aufgaben mit Optimismus und Tatkraft anzugehen.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen und Ihren Familien für das Neue Jahr persönliches Wohlergehen, Zufriedenheit und Gottes Segen.

Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit.

 



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